Interview
Frau Kraus vom Cleff, wie beginnen Sie als Heilpraktikerin Ihren Tag?
Wir haben das Glück, in unserer Familie einen Hund zu haben, einen jungen Hund, somit fängt mein Tag mit einem ersten Spaziergang im Wald hinter der Praxis an. Das ist sehr gut, um den Tag mit einem klaren Kopf zu beginnen und sich dann gedanklich darauf vorzubereiten, was tagsüber anliegt.
Manchmal nehme ich auch eine oder einen meiner Patientinnen und Patienten mit – das heißt, ich beschäftige mich damit, was wir im letzten Gespräch herausgefunden und besprochen haben und finde oft gute Impulse für die Gestaltung des nächsten Termins.
Wenn Sie den Menschen, die zu Ihnen kommen, nur noch einen einzigen Rat oder Gesundheitstipp geben dürften, welcher wäre das?
Oh, welch eine Herausforderung, nur einen einzigen Rat geben zu dürfen … ich muss mich bemühen, es kurz zu machen, denn eigentlich habe ich immer sehr viele Tipps, die ich meinen Patientinnen und Patienten fürs tägliche Leben mitgeben möchte. [lacht]
Ich würde Folgendes sagen: Sehen Sie sich selbst als den wichtigsten Menschen in Ihrem Leben. Das meine ich in einem konstruktiven Sinn, es geht darum, sich selbst zu beobachten, sich selbst kennenzulernen, sich selbst treu zu bleiben. Wenn Sie das Gefühl haben, Sie brauchen dabei Hilfe – dann können Sie gern zu mir kommen.
Gibt es ein besonderes Erlebnis mit einer Patientin oder einem Patienten, das Sie nie vergessen werden?
Ja, es gibt einen Behandlungsverlauf mit einer meiner ersten Patientinnen, der mir gezeigt hat, wie wichtig es ist, mich auf meine Intuition zu verlassen und bestimmte Fragen zu stellen. Sie kam mit einem gesundheitlichen Thema zu mir, das ich zunächst – so wie man’s macht – in einer langen Anamnese körperlich abgeklärt habe. Aber letztendlich sind wir bei einem ganz anderen Befund gelandet.
Natürlich kann ich jetzt nicht im Detail erzählen, worum es ging, aber wir waren beide hinterher sehr dankbar, dass wir so gut und intensiv miteinander gearbeitet haben und so den wahren Ursprung für ihre Thematik herausfinden konnten.
Für mich war dieser Behandlungsverlauf die Bestätigung dafür, dass es richtig ist, sehr genau darauf zu achten, was die Patientinnen und Patienten sagen und wie sie es sagen – und behutsam nachzuhaken, wenn ich das Gefühl habe, dass das gerade nötig ist, um weiterzukommen.
Haben Sie es schon erlebt, dass es nicht gepasst hat zwischen Ihnen und einer Patientin oder einem Patienten?
Nein, das ist noch nicht vorgekommen. Aber ich finde Folgendes sehr wichtig: Auch wenn ich mir wünsche, dass möglichst viele Menschen ihren Weg zu mir finden, habe ich absolut Verständnis dafür, wenn jemand nicht zu mir kommen möchte, weil sie oder ihn irgendetwas stört. Oder auch, wenn jemand nach dem ersten Termin nicht wiederkommen möchte, weil sie oder er sagt: Nee, das ist nicht meins.
Damit kann ich supergut umgehen, weil ich denke, es muss kompromisslos passen zwischen Therapeutin und Patientin oder Patient, damit etwas Positives geschieht. Ich würde es auch selbst thematisieren, wenn ich merken würde, dass es nicht passt.
Was lieben Sie an Ihrer Tätigkeit als Heilpraktikerin am meisten?
Da möchte ich etwas ausführlicher antworten. Wenn Menschen neu zu mir kommen, vereinbare ich immer zwei Termine mit ihnen. Beim ersten Termin lernen wir uns kennen, ich stelle viele, viele Fragen und bitte auch darum, mir wichtige Infos mitzubringen. Es findet eine ausführliche Anamnese statt und eventuell nehme ich auch Blut ab, um bestimmte Parameter abzuklären.
Danach dauert es meistens eine Woche, bis wir uns wiedersehen. Ich gehe währenddessen auch im wahrsten Sinne des Wortes damit spazieren, was ich erfahren habe – das sind die erwähnten morgendlichen Hundespaziergänge im Wald – und bereite mich auf den zweiten Termin vor. Beim zweiten Termin erläutere ich gegebenenfalls die Befunde der Blutuntersuchung, gebe erste Impulse und bespreche den Therapieplan.
Und wenn die Menschen dann beim dritten Termin wieder zu mir kommen, mich anstrahlen und mir berichten, dass es ihnen schon so viel besser geht, nachdem sie die ersten Impulse umgesetzt haben, ist das für mich der tollste Moment.
Dass ich also Menschen eine Möglichkeit bieten kann, mit meiner Hilfe für sich eine Lösung zu finden oder etwas zu verbessern oder aus einer Geschichte herauszukommen, die ihnen nicht gut tut – das liebe ich. Dieses ganze Paket: die Menschen zu begleiten mit ganz viel Respekt und Feingefühl. Das ist das, was mich in meinem Beruf trägt und weswegen ich weiß, dass ich da richtig bin, wo ich bin.
Termin vereinbaren:
Für Fragen oder Terminwünsche bin ich unter folgender Nummer erreichbar:
040 – 22 66 75 45. Ich freue mich auf Ihren Anruf!
Während der Behandlungszeiten kann ich nicht ans Telefon gehen. Bitte nutzen Sie dann den Anrufbeantworter, ich rufe Sie so schnell wie möglich zurück.